Qualitätskriterien
Was ist Gottesdienst?
Gottesdienst ist Antwort auf die Einladung Gottes, ihn selbst in alle Lebenssituationen hinein zu lassen. Das Ziel jedes Gottesdienstes ist die Feier, dass Gott mit uns eine unauflösliche Gemeinschaft geschlossen hat.
Das bedeutet für die Vorbereitung von Gottesdiensten:
- Bedenken: Vom Hören auf das Wort Gottes ausgehen / Leseordnung / Kirchenjahr
- Glaubensdeutung: Das konkrete Leben auf Gottes Wirken hin öffnen.
Was macht uns froh und gibt uns Hoffnung?
Was stimmt uns traurig und macht uns Angst?
- Aktive Beteiligung: Konkrete Feierformen der Beziehung mit diesem Gott einplanen (aktive und innerliche Beteiligung aller Mitfeiernden)
- Zeit berücksichtigen: Gefühl für das Zeitmaß entwickeln: Gottesdienste mit Kindern müssen kürzer sein als mit Erwachsenen.
Was fördert oder sichert die Qualität unserer Gottesdienste?
- Gemeinsam vorbereiten - gemeinsam feiern
- Trägergruppen finden (singen, begleiten, Medien, …)
- Leben der Kinder und Eltern wieder finden (lebensnah – hoffnungsvoll)
- Klare Botschaft erkennen (roter Faden)
- Klarheit durch Ordnung - spontan bleiben
- Nicht perfekt sein müssen
- mit Kindern sprechen können (kindgerecht nicht kindlich)
- mit Kindern Antworten einüben
- Ausgeglichenes Liedgut
- mit Priester gut absprechen – vom Priester nichts verlangen, was er nicht kann
- mit allen feiern (keine Vorführung inszenieren)
- Momente des gemeinsamen Denkens an Gott fördern (Stille)
- Einladende Atmosphäre bei den regelmäßigen Kirchgehern aufbauen
- Regelmäßige Einbeziehung kindgerechter Feierformen in der Gemeindeliturgie / Kinder haben eine eigene Rolle
- Erfahrungsaustausch als Nachbereitung
Gottesdienste in der großen Gemeinschaft der Kirche lebensnah gestalten
a) Sinngemäßer Umgang mit kirchlichen Regeln für gemeinsame Feier.
Allgemeine Einleitung in das Messbuch / Richtlinien für Kindermessen / Richtlinien für Gruppenmessen (vgl. im Internet: www.liturgie.de unter Dokumente).
Die kirchlichen Regelungen haben den Sinn, in der großen Gemeinschaft der Weltkirche für eine gemeinsame Form der Gottesdienste zu sorgen. Die Bibelstellen sollen nicht nur auf unsere Wünsche hin selektiv ausgesucht werden, sondern uns herausfordern. Deshalb gibt es eine Sonntagsleseordnung, die in der Regel nicht verändert werden darf. Diese Regel kann aber vereinzelt im Blick auf Kinder hin so verändert werden, dass die Botschaft der Bibel von den Kindern besser verstanden werden kann. Alle Regeln der Kirche dienen dem Heil der Menschen (oberstes Prinzip des Kirchenrechtes).
b) Berücksichtigung der realen Möglichkeiten:
- alle aktiven Personen ernst nehmen und einbeziehen (Mesner, u.a.)
- Begabungen und Grenzen des Priesters bzw. der Religionslehrer/innen akzeptieren.
- Beziehungsgeflecht aller Mitfeiernden beachten: Kind – Freunde – Eltern – Großeltern – Gemeinde
- Für den konkreten Kirchenraum denken?
- Für welche Zeit werden Gottesdienste mit Kindern geplant? (Zeitempfinden des heutigen Menschen nach Möglichkeit berücksichtigen)
- …
Mit allen Sinnen feiern – nicht als Selbstzweck oder „Gag“, sondern
- Feierformen für das Ohr: Singen schafft Gemeinschaft und berührt andere Dimensionen des Menschen als das gesprochene Wort. Gemeinsam singen – fasziniert zuhören.
- Meditationsformen für das Auge: Bilder, Raum, zeichnen, Augen schließen, …
- Meditationsformen für die Nase: Weihrauch, Kräuter, …
- Feierformen für den Mund: Kommunion, Agape, …
- Feierformen zum Betasten und Erspüren: basteln, Gegenstände begreifen, gesegnet werden, Hände halten, …
- Feierformen für den ganzen Körper: Verinnerlichen durch Bewegung, Prozessionen, Körperhaltungen, etwas tragen, knien, liegen,
- Rollenspiele
- …
Verschiedene Feierformen der unterschiedlichen Altersgruppen
Krabbelgottesdienst ist eine gottesdienstliche Feier mit Kindern von 0-5 Jahren und deren Eltern. Kindergottesdienst ist ein Gottesdienst (Messe oder Wortgottesfeier) mit Kindern von 4 – 12. Ein parallel zur Messe gefeierter Kinderwortgottesdienst gehört auch dazu. Familiengottesdienst: Ein „All-age-service“ ist ein alle Generationen bewusst einbeziehender Gottesdienst am Sonntag.
